Wie kann ich spritsparend fahren?
Jeder Autofahrer kennt diesen nervigen Moment: Die Tankreserve leuchtet auf – schon wieder! Damit Sie mit Ihrer nächsten Tankfüllung möglichst weit kommen, haben wir wertvolle Tipps für Sie zusammengestellt, mit denen Sie richtig Sprit sparen.
1. Vorausschauend fahren
Ständiges Beschleunigen und Abbremsen im Stadtverkehr oder im Stau verbraucht unnötig Kraftstoff und erhöht den Verschleiß von Bremsen und Reifen. Die wichtigste Regel lautet daher: Fahren Sie vorausschauend. Blicken Sie nicht nur auf das Auto direkt vor Ihnen, sondern beobachten Sie das Verkehrsgeschehen drei bis fünf Fahrzeuge weiter voraus. So erkennen Sie rote Ampeln oder ins Stocken geratenen Verkehr frühzeitig. Statt abrupt zu bremsen, nehmen Sie rechtzeitig den Fuß vom Gas: So nutzen Sie den Schwung des Autos, rollen entspannt weiter und können effektiv Sprit sparen.
2. Gleichmäßig fahren
Je stärker Geschwindigkeit und Drehzahl schwanken, desto höher steigt der Kraftstoffverbrauch. Beschleunigen Sie daher zügig, schalten Sie frühzeitig hoch und halten Sie das gewünschte Tempo bei niedrigen Drehzahlen. Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe hilft der Eco-Modus: Das Getriebe schaltet früher hoch, später runter und hält so das Drehzahlniveau dauerhaft niedrig.

Auf freien Landstraßen und Autobahnen unterstützt der Tempomat dabei, die Geschwindigkeit konstant zu halten. Damit können Sie nicht nur Kraftstoff sparen, sondern schonen gleichzeitig auch Reifen, Bremsen, Kupplung und Getriebe.
Übrigens: Wer auf der Autobahn konstant die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h fährt, verbraucht deutlich weniger Sprit als jemand, der ständig zwischen 110 km/h und 150 km/h wechselt. Obwohl beide Fahrer am Ende fast dieselbe Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen, fordert der stark erhöhte Luftwiderstand bei 150 km/h einen deutlichen Spritzuschlag.
3. Reifendruck kontrollieren
Seit November 2014 müssen alle in der EU neu zugelassenen Pkw und Wohnmobile (Klasse M1) mit einem elektronischen Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgestattet sein. Es warnt Sie automatisch, sobald der Druck abfällt. Meldet sich das RDKS, sollten Sie den Reifendruck möglichst rasch korrigieren: Ein zu niedriger Wert erhöht den Rollwiderstand und treibt den Spritverbrauch nach oben. Auch ohne Warnmeldung lohnt sich ein regelmäßiger Check an der Tankstelle – vor allem vor langen Fahrten oder wenn Sie voll beladen in den Urlaub starten.
Messen Sie den Reifendruck idealerweise immer bei kalten Reifen, da sich die erwärmte Luft beim Fahren ausdehnt und das Messergebnis verfälscht. Orientieren Sie sich an den Herstellerangaben für volle Beladung, die Sie meist im Türrahmen oder auf der Innenseite des Tankdeckels finden. Erhöhen Sie den dort angegebenen Wert um 0,2 Bar. Das mindert den Fahrkomfort kaum, hilft Ihnen aber, zusätzlich Sprit zu sparen, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen.
Gut zu wissen: Achten Sie stets auf die für die Saison passende Bereifung. Wer im Sommer mit Winterreifen unterwegs ist, verbraucht unnötig viel Sprit. Die weichere Gummimischung und das spezielle Lamellenprofil erhöhen den Rollwiderstand auf heißem Asphalt deutlich und sorgen zudem für einen übermäßigen Reifenverschleiß.
4. Unnötigen Ballast vermeiden
Hand aufs Herz: Wie oft räumen Sie Ihren Kofferraum auf? Die meisten von uns zweckentfremden ihn früher oder später als Zwischenlager. Getränkekisten, Werkzeuge oder andere schwere Gegenstände fahren dann tagelang ungenutzt durch die Gegend – und treiben mit jedem Extrakilo den Kraftstoffverbrauch in die Höhe.
Doch nicht nur Zusatzgewicht im Kofferraum kostet Sprit. Montierte Dachboxen und Fahrradträger sind echte Aerodynamik-Bremser: Sie vergrößern die Stirnfläche des Fahrzeugs spürbar. Wer Benzin oder Diesel sparen möchte, sollte sie daher nach dem Urlaub direkt abmontieren.
Gut zu wissen: Der Transport von Fahrrädern auf einem Heckträger für die Anhängerkupplung ist deutlich sparsamer als auf dem Dach. Der Grund ist der Windschatten: Am Heck stehen die Räder im Strömungsschatten der Karosserie und erzeugen kaum zusätzlichen Luftwiderstand.

5. Elektrische Geräte im Auto bewusst einsetzen
Die Energie für elektrische Verbraucher im Auto erzeugt die Lichtmaschine, die direkt vom Motor angetrieben wird. Jedes eingeschaltete Gerät erhöht somit den Kraftstoffverbrauch. Zu den größten Spritfressern gehören elektrische Zuheizer sowie die Front- und Heckscheibenheizung. Schalten Sie diese Systeme am besten nach einigen Minuten wieder manuell aus, sobald die Scheiben frei und der Innenraum aufgewärmt sind.
Gebrauchsartikel wie Radio, Navigationssystem oder die Fahrzeugbeleuchtung verbrauchen hingegen kaum spürbar Kraftstoff.
Achtung: Sparen Sie niemals an Ihrer Sicherheit! Beleuchtung, Scheibenwischer und Co. gehören bei entsprechenden Witterungsverhältnissen zwingend eingeschaltet.
6. Motor bei längeren Stopps ausschalten

Laut § 30 der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist es in Deutschland verboten, den Motor unnötig laufen zu lassen, um Lärm und Abgase zu vermeiden. Unnötiger Leerlauf kostet zudem Sprit. Schalten Sie den Motor daher bei absehbaren Wartezeiten konsequent aus – etwa im Stau, vor geschlossenen Bahnschranken oder wenn Sie im Auto auf jemanden warten (beispielsweise beim Abholen der Kinder an der Schule).
Übrigens: Auch beim Eiskratzen im Winter ist das Warmlaufenlassen des Motors im Stand ausdrücklich untersagt.
7. Kurzstrecken vermeiden
Bei kaltem Motor verbraucht ein Verbrenner auf den ersten Kilometern am meisten Kraftstoff. Wer regelmäßig kurze Strecken fährt, treibt aber nicht nur den Verbrauch in die Höhe, sondern schadet auf Dauer auch dem Fahrzeug: Das Motoröl altert schneller und verliert seine Schmierfähigkeit. Bei Dieselfahrzeugen setzt sich zudem häufig der Rußpartikelfilter zu, da er die nötige Betriebstemperatur zur Freiverbrennung nicht erreicht.
Unser Tipp: Legen Sie kurze Wege nach Möglichkeit zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück – das ist der einfachste Weg, um im Alltag Kraftstoff zu sparen. Müssen Sie das Auto nutzen, verbinden Sie am besten mehrere Erledigungen auf einer Route – etwa den Einkauf, den Gang zur Apotheke und den Stopp im Paketshop.
8. Fahrzeug regelmäßig warten lassen
Ein gut gewartetes Fahrzeug fährt deutlich effizienter. Insbesondere der Zustand von Motoröl, Luftfilter, Zündkerzen und Reifen hat direkten Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch. Nehmen Sie Ihre Service-Termine daher stets wahr. Bei fast allen modernen Autos erinnert Sie die Service-Anzeige im Cockpit rechtzeitig an das nächste Intervall.
Übrigens: Sollten Sie trotz regelmäßiger Wartung einmal liegen bleiben, sind Sie mit dem Autoschutzbrief der Mecklenburgischen bestens abgesichert. Unter unserer 24-Stunden-Notrufnummer sind wir jederzeit für Sie erreichbar und organisieren die schnelle Pannenhilfe direkt vor Ort. Den Autoschutzbrief können Sie ganz einfach als Zusatzbaustein in Ihre Kfz-Versicherung einschließen.

Wie kann ich beim Tanken an der Zapfsäule sparen?
- Tankpreise vergleichen: Die Preise verschiedener Tankstellen unterscheiden sich oft spürbar. Es lohnt sich daher, vor Abfahrt die Tarife im Umkreis zu prüfen. Die Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts stellt Preisänderungen in Echtzeit für Verbraucher-Informationsdienste (etwa Websites oder Apps) bereit. Dadurch können Verbraucher mit einem Klick die günstigste Tankstelle vor Ort oder unterwegs finden und so gezielt beim Tanken sparen.
- Nicht zwingend an der Autobahn tanken: Tanken an Autobahnraststätten ist fast immer deutlich teurer als an einer Tankstelle abseits der Autobahn. Sie sollten daher im Idealfall immer zum Tanken abfahren.

- Uhrzeiten beachten: Kraftstoffpreise schwanken im Tagesverlauf. Seit dem Kraftstoffpreisanpassungsgesetz (KPAnG) vom 1. April 2026 gilt die „12-Uhr-Regel“: Preiserhöhungen sind nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags erlaubt. Preissenkungen sind dagegen weiterhin jederzeit möglich. Es lohnt sich daher besonders, die Tankstelle vor 12 Uhr anzufahren.
- Nicht erst auf den letzten Drücker tanken: Wer die Zapfsäule erst anfährt, wenn die Reservelampe aufleuchtet, verliert jede Flexibilität. Nutzen Sie daher günstige Spritpreise spontan aus, sobald der Tank halb leer ist. So können Sie richtig sparen beim Tanken.
- Auf Premium-Kraftstoffe verzichten: Edel-Kraftstoffe wie V-Power oder Ultimate bieten für normale Serienfahrzeuge meist keinen spürbaren Mehrwert. Standard-Kraftstoffe reichen völlig aus.
- Super E10 statt E5 tanken: Super E10 ist in Deutschland meist 5 bis 6 Cent günstiger als Super E5. Nahezu alle Benziner ab Baujahr 2012 (und viele ältere Modelle) vertragen E10 problemlos. Der minimale Mehrverbrauch von unter 1 % wird durch die Preisersparnis bei Weitem wettgemacht.
Im Ernstfall mit der Mecklenburgischen abgesichert
FAQs - Häufig gestellte Fragen zum Sprit sparen
Welche Fahrzeugklassen sind besonders spritsparend?
Im Allgemeinen gilt: Je kleiner die Stirnfläche und je geringer das Gewicht, desto sparsamer ist ein Auto. Zu den besonders effizienten Fahrzeugklassen zählen daher Kleinst- und Kleinwagen, kompakte Dieselfahrzeuge sowie Vollhybride (HEV).
Gut zu wissen: Große SUVs und schwere Geländewagen verbrauchen aufgrund ihres hohen Gewichts und des deutlich größeren Luftwiderstands spürbar mehr Kraftstoff.
Wie weit kann ich mit der Tankreserve noch fahren?
Wie viele Kilometer Sie nach dem Aufleuchten der Reserveleuchte noch zurücklegen können, hängt vom Hersteller und dem jeweiligen Fahrzeugmodell ab. In der Regel befinden sich bei kleineren Autos noch etwa 5 Liter Kraftstoff im Tank, bei größeren SUVs können es rund 7 bis 10 Liter sein.
Die angezeigte Restreichweite sollten Sie jedoch nicht als garantierten Wert verstehen: Wie weit Sie mit der Reserve tatsächlich kommen, hängt stark von den aktuellen Fahrbedingungen ab – etwa von Steigungen, Beschleunigungsvorgängen und dem Verkehrsfluss. Steuern Sie daher am besten zügig die nächste Tankstelle an.
Gut zu wissen: Wer für den Notfall auf einen Reservekanister im Auto setzt, sollte die gesetzlichen Grenzen kennen: In Deutschland dürfen in Privatfahrzeugen maximal 60 Liter pro Reservebehälter und insgesamt nicht mehr als 240 Liter pro Pkw transportiert werden.
Was passiert, wenn ich mit leerem Tank auf der Autobahn liegen bleibe?
Als Autofahrer sind Sie gesetzlich verpflichtet, immer mit ausreichend Kraftstoff unterwegs zu sein. Bleiben Sie wegen Spritmangels auf der Autobahn stehen, gilt dies als vermeidbares Hindernis (§ 18 StVO): Es droht ein Verwarnungsgeld zwischen 30 und 70 Euro sowie unter Umständen ein Punkt in Flensburg. Zudem sind auch technische Folgeschäden möglich: Bei einem sehr niedrigen Füllstand im Tank kann die Kraftstoffpumpe Luft ansaugen, was moderne Einspritzsysteme (besonders beim Diesel) stark schädigen kann.
Sollten Sie dennoch mit leerem Tank auf der Autobahn liegen bleiben, ergreifen Sie sofort folgende Maßnahmen:
- Warnblinkanlage einschalten: Aktivieren Sie umgehend das Warnblinklicht.
- Fahrzeug abstellen: Lenken Sie das Auto möglichst auf den Standstreifen, in eine Nothaltebucht oder ganz an den rechten Fahrbahnrand.
- Warnweste anlegen: Ziehen Sie die Warnweste noch im Fahrzeug an.
- Sicher aussteigen: Verlassen Sie das Auto ausschließlich über die Beifahrerseite (nach rechts).
- Warndreieck aufstellen: Platzieren Sie das Warndreieck in ca. 100 bis 150 Metern Abstand hinter dem Fahrzeug. Gehen Sie dabei stets hinter der Leitplanke dem Verkehr entgegen.
- Hilfe rufen: Warten Sie hinter der Leitplanke und verständigen Sie den Pannendienst.
Wie setzt sich der Spritpreis zusammen?
Der Preis an der Zapfsäule setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Den größten Teil machen staatliche Abgaben aus: die fixe Energiesteuer (ehemals Mineralölsteuer), die jährlich steigende CO₂-Abgabe sowie 19 Prozent Mehrwertsteuer.
Der verbleibende Teil deckt die Beschaffung, Raffinerieverarbeitung, Logistik und die Gewinnmarge der Mineralölkonzerne ab. Dieser Marktpreis schwankt stark durch globale Einflussfaktoren:
- Rohölpreis & Konjunktur: Weltweite Nachfrage, politische Krisen und die Fördermengen der Ölstaaten bestimmen den Preis des Rohstoffs.
- US-Dollar-Kurs: Da Erdöl weltweit in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein starker Dollar den Einkauf für den Euroraum – was die Preise an der Zapfsäule steigen lässt.
- Saisonale Effekte: Zu Beginn von Ferienzeiten oder langen Wochenenden steigt die Nachfrage spürbar an, was sich oft direkt in höheren Preisen niederschlägt.
Lohnt sich tanken im Ausland?
Ja, Tanken im Ausland kann sich durchaus lohnen – vor allem, wenn Sie nahe an der Grenze wohnen oder ohnehin dort unterwegs sind. Die Preisunterschiede entstehen hauptsächlich durch abweichende Steuern und Abgaben in den jeweiligen Ländern. Besonders wer in Richtung Osten oder Südosten fährt, kann oft günstig an der Zapfsäule tanken.
Gut zu wissen: In Ländern wie Polen, Tschechien, Österreich und Luxemburg lässt sich beim Tanken in der Regel deutlich sparen. In den Niederlanden, Dänemark sowie der Schweiz liegen die Spritpreise hingegen häufig über dem deutschen Niveau.
*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Text das generische Maskulinum verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.


