Kapi­tal­an­lage

Der Nach­hal­tig­keits­ge­danke ist seit jeher ein essen­zi­eller Bestand­teil der Kapi­tal­an­lage der ME-​Gruppe. Insbe­son­dere in der Lebens-​ oder Kran­ken­ver­si­che­rung können sich die vertrag­li­chen Verpflich­tungen über viele Jahr­zehnte erstre­cken. Daher ist es unser oberstes Anla­ge­ziel, unseren Kunden attrak­tive Produkte durch eine nach­haltig sichere und rentable Kapi­tal­an­lage zu bieten. Im Rahmen unserer Anla­ge­tä­tig­keit werden neben ökono­mi­schen auch noch weitere Nach­hal­tig­keits­aspekte berück­sich­tigt. Invest­ments in Staaten, Unter­nehmen oder Projekte, die aus ökolo­gi­scher, sozialer oder ethi­scher Sicht in Miss­kredit fallen, unter­liegen beson­deren Risiken.

Neben den vorher genannten Aspekten trägt die Meck­len­bur­gi­sche dem Nach­hal­tig­keits­ge­danken bereits seit mehreren Jahren durch Inves­ti­tionen in Infra­struk­tur­an­lagen und erneu­er­bare Ener­gien Rech­nung.

Die uns vertre­tende Fonds­ge­sell­schaft übt ihre Stimm­rechte für Invest­ment­ver­mögen auf Haupt­ver­samm­lungen von Akti­en­ge­sell­schaften aus. Dabei tritt sie für eine verant­wor­tungs­volle Unter­neh­mens­füh­rung und nach­hal­tige Geschäfts­prak­tiken ein, die zu einer lang­fris­tigen Wert­schöp­fung für die Kunden führen soll. Bei der Entschei­dung über das Abstim­mungs­ver­halten bei Aktio­närs­ver­samm­lungen wird eine Reihe von Faktoren und Infor­ma­tionen berück­sich­tigt, wie Offen­le­gungen, Unter­su­chungs­er­geb­nisse von externen Analysten und Bera­tern, und das bishe­rige Enga­ge­ment. Die Stimm­rechts­aus­übung ist ein wich­tiger Feedback-​Mechanismus zwischen Unter­nehmen und Inves­toren. Darüber hinaus werden in direkten Dialogen auch umwelt-​ und sozi­al­re­le­vante Faktoren sowie die verant­wor­tungs­be­wusste Unter­neh­mens­füh­rung ange­spro­chen, welche wirt­schaft­liche, betrieb­liche und repu­ta­ti­ons­be­zo­gene Auswir­kungen haben könnten. Durch den regel­mä­ßigen Austausch kann die Fonds­ge­sell­schaft als lang­fris­tiger Anleger den Unter­neh­mens­an­satz besser verstehen, Feed­back geben und das Stimm­recht ziel­ge­richtet einsetzen. Die Fonds­ge­sell­schaft kann dabei auf ein globales Team setzen, welches Nieder­las­sungen auf der ganzen Welt hat und so die regio­nalen bzw. lokalen Risiken und Heraus­for­de­rungen besser einschätzen kann.

Auch der Gesetz­geber hat den Nach­hal­tig­keits­ge­danken mit dem Grund­satz der unter­neh­me­ri­schen Vorsicht im Versi­che­rungs­auf­sichts­ge­setz (§ 124 VAG) veran­kert. Demnach haben alle Versi­cherer in Deutsch­land sicher­zu­stellen, dass ihre Kapi­tal­an­lagen eine hinrei­chende Sicher­heit, Qualität, Liqui­dität, Renta­bi­lität sowie Verfüg­bar­keit aufweisen.

Zusätz­lich wurden mit der Veröf­fent­li­chung der Offen­le­gungs­ver­ord­nung* und der Taxo­no­mie­ver­ord­nung** des euro­päi­schen Parla­ments weitere Grund­lagen zur Offen­le­gung von Infor­ma­tionen zu ihren Stra­te­gien zur Einbe­zie­hung von Nach­hal­tig­keits­ri­siken bei Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dungen geschaffen.

Es erfolgen nur Inves­ti­tionen in Vermö­gens­werte, deren Risiken ange­messen iden­ti­fi­ziert, bewertet, über­wacht, gesteuert, kontrol­liert und in die Bericht­erstat­tung einbe­zogen werden können. Neben dem Gesetz­geber hat die Bundes­an­stalt für Finanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht (BaFin) in 2019 ein Merk­blatt zum Umgang mit Nach­hal­tig­keits­ri­siken veröf­fent­licht, welches den Versi­che­rungs­un­ter­nehmen mögliche Verfah­rens­weisen im Umgang mit Nach­hal­tig­keits­ri­siken aufzeigt.

Die Arbeiten zur Umset­zung der in diesem Merk­blatt darge­stellten Methoden und Verfahren hat die ME-​Gruppe konti­nu­ier­lich fort­ge­setzt. Zusammen mit den manda­tierten Asset Mana­gern und der Kapi­tal­ver­wal­tungs­ge­sell­schaft wurde der Kapi­tal­an­la­ge­be­stand hinsicht­lich ESG-​Kriterien unter­sucht. Zudem fand ein Austausch mit Rating­agen­turen statt und es wurden Analysen sowie Nach­hal­tig­keits­ra­tings für Teil­be­stände der Kapi­tal­an­lagen erstellt. Die Evalu­ie­rungs­phase der ME-​Gruppe in diesem Zusam­men­hang wird laufend fort­ge­führt. Das Über­wa­chen der Kapi­tal­an­lagen nach defi­nierten ESG-​Kriterien sowie eine weiter­ge­hende Inte­gra­tion von Nach­hal­tig­keits­aspekten in der Kapi­tal­an­lage wurden im Rahmen der fonds­ge­bun­denen Versi­che­rung für einen Teil­be­stand der Kapi­tal­an­lagen umge­setzt.

Seit 2020 wird Kunden der Meck­len­bur­gi­schen ange­boten, Spar­bei­träge in einen nach­hal­tigen Fonds zu inves­tieren. Der nach­hal­tige Fonds berück­sich­tigt bei seinen Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dungen Nach­hal­tig­keits­ri­siken inso­fern, dass schwer­punkt­mäßig in Unter­nehmen inves­tiert wird, die im Vergleich zu der Konkur­renz aus ihrem Sektor über heraus­ra­gende Umwelt-​, Sozial-​ und Governance-​Bewertungen verfügen. Zusätz­lich werden bestimmte Bran­chen bei der Inves­ti­tion heraus­ge­fil­tert. Nach­hal­tig­keits­ri­siken sind Ereig­nisse oder Bedin­gungen aus den Berei­chen Umwelt, Soziales oder Unter­neh­mens­füh­rung, deren Eintreten tatsäch­lich oder poten­tiell nega­tive Auswir­kungen auf die Vermögens-​, Finanz-​ und Ertrags­lage sowie auf die Repu­ta­tion eines Unter­neh­mens haben kann. Sie können sich erheb­lich auf den Markt­preis der Anlage auswirken. Der Gedanke der dauer­haften Wert­hal­tig­keit der Kapi­tal­an­lagen wird auch im Aufsichts­re­gime nach Solvency II beson­ders betont.

* Verord­nung (EU) 2019/2088

** Verord­nung (EU) 2020/852