Themen in diesem Artikel
Warum werden wir ausgerechnet im Urlaub krank?
Ein möglicher Erklärungsansatz für Erkrankungen auf Reisen ist die sogenannte Leisure Sickness (Freizeitkrankheit). Dabei handelt es sich um ein Phänomen, bei dem Menschen ausgerechnet während ihrer Freizeit – beispielsweise im lang ersehnten Urlaub – krank werden.
Schuld kann langanhaltender Stress sein. Wer über Wochen oder Monate beruflich oder privat stark belastet ist, steht dauerhaft unter Spannung. Der Körper schüttet vermehrt Stresshormone wie Cortisol aus, die das Immunsystem beeinflussen können. Hinzu kommt häufig der zusätzliche Stress unmittelbar vor der Abreise: Nach der Urlaubsübergabe im Büro stehen zu Hause oft noch das Packen der Koffer, letzte Besorgungen und die Organisation der Haustierbetreuung an. Diese besonders intensive Belastung kann den Körper zusätzlich fordern.
Kommt der Organismus im Urlaub schließlich zur Ruhe, können sich bereits vorhandene Infekte oder Beschwerden bemerkbar machen. Ob tatsächlich die sogenannte Freizeitkrankheit dahintersteckt, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Fest steht jedoch: Anhaltender Stress kann das Immunsystem schwächen und die Anfälligkeit für Erkrankungen im Urlaub erhöhen.
Weitere mögliche Ursachen sind:
- ein ungewohntes Klima
- niedrigere Hygienestandards
- Jetlag und unregelmäßige Schlafenszeiten
- enger Kontakt mit vielen Menschen (bspw. im Flugzeug oder an touristischen Orten)
- ungewohnte Speisen und Getränke
Welche Reisekrankheiten treten besonders häufig auf?
Im Folgenden erfahren Sie, welche Beschwerden Reisende besonders häufig treffen, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie Sie sich präventiv schützen können.
Reisekrankheit (Kinetose)
- Ursache: Die Reisekrankheit tritt bei Autofahrten, Busreisen, Schiffsfahrten, Zugreisen oder Turbulenzen im Flugzeug auf und wird durch einen Wahrnehmungskonflikt im Gehirn ausgelöst. Das bedeutet, dass die Augen während der Fortbewegung etwas anderes wahrnehmen als unser Gleichgewichtsorgan im Ohr. Besonders betroffen sind Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren, Menschen mit Migräne sowie Schwangere. Frauen sind im Allgemeinen anfälliger als Männer.
Symptome & Behandlung: Als Reaktion auf den Wahrnehmungskonflikt schüttet der Körper Botenstoffe wie Histamin aus und es kommt zu Übelkeit und Erbrechen. Auch Schwindel, Blässe, kalter Schweiß, vermehrter Speichelfluss, Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein sind häufige Symptome.
Versuchen Sie, sich von der Reiseübelkeit abzulenken. Ein spannendes Hörbuch, ein nettes Gespräch oder ein Ratespiel mit den Kindern (bspw. „Ich sehe was, was du nicht siehst“) können Wunder wirken. Wenn Sie unter starker Reiseübelkeit leiden, sind insbesondere Tabletten, Zäpfchen oder Kaugummis mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat sinnvoll. Darüber hinaus gilt Ingwer als bewährtes Hausmittel gegen Reiseübelkeit. Seine natürlichen Inhaltsstoffe können den Magen beruhigen und Übelkeit lindern. Er kann beispielsweise als Tee, in Kapselform oder als kandierter Snack eingenommen werden.
Die Beschwerden einer Reisekrankheit legen sich in der Regel mit dem Ende der Reise.
- Prävention: Um die Reisekrankheit vorzubeugen, sollten Sie insbesondere auf kurvenreichen Auto- oder Busfahrten vorne sitzen und aufs Lesen als Zeitvertreib verzichten. Es kann außerdem hilfreich sein, das Fenster einen Spalt weit zu öffnen und frische Luft ins Fahrzeug zu lassen. Auf Flugreisen ist es empfehlenswert, einen Sitzplatz direkt über den Tragflächen zu wählen. Auf dem Schiff ist es mittig am angenehmsten. Verzichten Sie vor der Reise zudem auf fettige Speisen und Alkohol.
Magen-Darm-Erkrankungen (Reisediarrhö)
- Ursache: Lästige Magen-Darm-Erkrankungen im Urlaub zählen zu den häufigsten Reisekrankheiten und werden vorrangig durch Bakterien wie E. coli, Salmonellen oder Campylobacter, aber auch durch Rota- oder Noroviren ausgelöst. In seltenen Fällen können auch Parasiten eine Reisediarrhö auslösen. Neben den Erregern spielen zudem verschiedene Risikofaktoren eine Rolle: Dazu gehören eine ungewohnte Ernährung mit scharfen, fettigen oder anders zubereiteten Speisen sowie eine mangelhafte Hygiene bei der Zubereitung oder Lagerung von Lebensmitteln. Auch Leitungswasser kann in vielen Reiseländern ein Risiko darstellen, da es nicht immer Trinkwasserqualität hat.
Symptome & Behandlung: Zu den häufigsten Symptomen gehören Durchfall, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Sollten Sie zusätzlich Blut im Stuhl bemerken, wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Auch wenn der Reisedurchfall mehre Tage anhält oder Sie starke Anzeichen einer Dehydrierung aufweisen, sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Wenn Sie im Urlaub an einer Magen-Darm-Erkrankung leiden, ist es besonders wichtig, ausreichend zu trinken. Elektrolytlösungen aus der Apotheke können helfen, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Zusätzlich können Medikamente mit dem Wirkstoff Loperamid die Darmbewegung verlangsamen und so die Symptome von Durchfall lindern. Wichtig: Bei Fieber oder blutigem Stuhl sollte auf die Einnahme von Loperamid verzichtet werden. Zur Beruhigung des Magen-Darm-Trakts eignen sich gut verträgliche, leichte Speisen wie Zwieback, Reis, Bananen oder Weißbrot.
Eine unkomplizierte Reisediarrhö dauert in der Regel etwa drei bis fünf Tage.
- Prävention: Um Magen-Darm-Erkrankungen auf Reisen vorzubeugen, hilft die Regel „Cook it, peel it, or leave it“ – sprich: nur essen, was gekocht oder geschält wurde, oder im Zweifel lieber darauf verzichten. Vorsicht ist insbesondere bei Fertigsalaten sowie rohem Fleisch oder Fisch geboten, da diese mit Keimen belastet sein können. In vielen Reiseländern sollte zudem Leitungswasser gemieden werden – auch beim Zähneputzen oder in Form von Eiswürfeln. Getränke sollten idealerweise nur in original verschlossenen Flaschen konsumiert werden. Ebenso wichtig ist eine konsequente Händehygiene: Regelmäßiges Waschen und Desinfizieren der Hände, insbesondere vor dem Essen, reduziert das Infektionsrisiko deutlich.
Erkältungen (grippale Infekte)
- Ursache: In warmen Urlaubsregionen werden Klimaanlagen in Autos, Hotelzimmern oder Flugzeugen häufig sehr stark eingestellt. Die kalte, trockene Luft kann die Schleimhäute austrocknen und sie dadurch anfälliger für Erkältungsviren machen. Diese können sich dann leichter in den Atemwegen festsetzen. Auch ein durch Stress oder Erschöpfung geschwächtes Immunsystem erhöht die Anfälligkeit für Infekte im Urlaub.
- Symptome & Behandlung: Ein grippaler Infekt äußert sich durch Schnupfen, Halsschmerzen, Husten, Abgeschlagenheit und ggf. Fieber. Bei einer akuten Erkältung sind Ruhe und Schonung besonders wichtig. Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken – idealerweise mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag. Das Inhalieren mit Wasserdampf kann helfen, die Atemwege zu befreien. Zusätzlich können abschwellende Nasensprays, Halstabletten oder Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol die Beschwerden lindern.

- Prävention: Stellen Sie die Klimaanlage im Hotelzimmer oder im Mietwagen nicht zu kalt ein. Der Unterschied zur Außentemperatur sollte höchstens 5 °C betragen. Achten Sie außerdem darauf, sich regelmäßig gründlich die Hände zu waschen.
Haut- und Sonnenschäden
- Ursache: Wer Sie sich zu lange ungeschützt in der Sonne aufhält, riskiert Haut- und Sonnenschäden. Insbesondere in südlichen Ländern oder in den Bergen ist die UV-Strahlung oft viel stärker als gedacht.
Symptome & Behandlung:
Sonnenallergie & Mallorca-Akne: Eine Sonnenallergie äußert sich durch Rötungen, Bläschen und intensiven Juckreiz. Sie entsteht, weil UV-Strahlung körpereigene Eiweiße so verändert, dass das Immunsystem sie fälschlicherweise als Fremdkörper angreift. Die Mallorca-Akne hingegen bricht aus, wenn UV-Strahlen auf bestimmte Inhaltsstoffe (wie Emulgatoren oder Fette) in Sonnencremes oder Kosmetika treffen. Dadurch verstopfen die Poren und es bilden sich juckende Pickelchen.
Um den lästigen Ausschlag schnell wieder loszuwerden, meiden Sie die direkte Sonne, kühlen Sie die Haut und lindern Sie den Juckreiz mit speziellen Gels oder Cremes. Bei schweren Symptomen können Kortison haltige Salben oder Allergietabletten helfen.
Sonnenbrand: Die Haut ist rot, heiß, berührungsempfindlich, brennt und spannt. Bei einem starken Sonnenbrand können sich zudem kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen bilden.
Wenn Sie einen Sonnenbrand bemerken, gehen Sie sofort aus der Sonne und beruhigen Sie die Haut mit Aloe Vera oder feuchtigkeitsspendenden After-Sun-Lotions. Kühlen Sie die betroffenen Hautstellen zusätzlich mit feuchten, kalten Umschlägen oder in ein Tuch gewickelten Kühlakkus.
Sonnenstich: Eine direkte, ungehinderte Sonneneinstrahlung auf den Kopf und Nacken kann zu einer lokalen Überhitzung im Kopfbereich führen. Typisch sind starke Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Unruhe.
Sollten Sie diese Symptome bemerken, begeben Sie sich sofort in den Schatten, lagern Sie den Kopf hoch und kühlen Sie ihn – am besten mit einem nassen, lauwarmen Handtuch. Zudem ist es wichtig, viel zu trinken. Ein Sonnenstich ist meist harmlos und klingt bei konsequenter Ruhe und Kühlung innerhalb von ein bis drei Tagen wieder ab.
Hitzschlag: Extreme Hitze, gepaart mit körperlicher Anstrengung und starkem Flüssigkeitsmangel, kann dazu führen, dass sich der gesamte Körper überhitzt. Es drohen Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit und Krämpfe.
Bringen Sie die betroffene Person an einen kühlen Ort, lagern Sie sie flach, öffnen Sie beengende Kleidung und kühlen Sie den Körper vorsichtig (z. B. mit feuchten Tüchern) ab. Da es sich um einen medizinischen Notfall handelt, sollten Sie umgehend den Notruf wählen.
Gut zu wissen: Die „112“ gilt nicht nur in Deutschland. Unter der Notrufnummer erreichen Sie die Rettungszentrale in allen Mitgliedsstaaten der EU sowie weiteren europäischen Ländern (z. B. Schweiz, Lichtenstein und Großbritannien). Selbst in Teilen Nordamerikas und Afrikas können Sie die Notrufzentrale unter der „112“ erreichen.
- Prävention: Um Haut- und Sonnenschäden auf Reisen vorzubeugen, sollten Sie Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 30 oder LSF 50) verwenden und regelmäßig nachcremen – insbesondere nach dem Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen. Schützen Sie sich zusätzlich mit dicht gewebter Kleidung, einer Kopfbedeckung und einer Sonnenbrille. Meiden Sie außerdem die intensive Mittagssonne und halten Sie sich zwischen 11 und 15 Uhr möglichst im Schatten auf. Sport und andere körperlich anstrengende Aktivitäten sollten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßte Getränke, um eine Dehydrierung vorzubeugen.
Tropenkrankheiten durch Insektenstiche
- Ursache: Viele Tropenkrankheiten werden durch den Stich infizierter Stechmücken (Moskitos) übertragen.
- Symptome & Behandlung:
Malaria: Diese lebensbedrohliche Tropenkrankheit wird durch einzellige Parasiten (Plasmodien) verursacht und durch den Stich der Anopheles-Mücke übertragen. Sie ist in tropischen und subtropischen Regionen aller Kontinente – mit Ausnahme von Australien – verbreitet, insbesondere aber in weiten Teilen Afrikas. Die ersten Anzeichen ähneln oft einem grippalen Infekt mit Schüttelfrost, hohem Fieber (oft in Schüben), starken Kopf- und Gliederschmerzen sowie extremer Abgeschlagenheit. Auch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind häufig.
Für die Behandlung stehen verschiedene antiparasitäre Medikamente sowie unterstützende Therapien (z. B. zur Fiebersenkung) zur Verfügung. Je früher die Therapie beginnt, desto besser. Bei der schweren Malaria tropica muss die Behandlung stets im Krankenhaus erfolgen – idealerweise in einer Klinik mit tropenmedizinischer Erfahrung und Intensivstation.
Dengue-Fieber: Das Dengue-Fieber ist eine Virusinfektion, die vor allem in den Tropen und Subtropen (z. B. Südostasien, Mittel- und Südamerika) vorkommt. Das Virus wird durch den Stich von Aedes-Stechmücken übertragen, insbesondere durch die Ägyptische Tigermücke (Aedes aegypti) und die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus). Viele Verläufe sind mild, doch bei Erkrankten treten häufig plötzliches, hohes Fieber, Schüttelfrost sowie starke Kopf- und Gliederschmerzen auf. Charakteristisch für das Dengue-Fieber ist ein an Masern erinnernder Hautausschlag, der typischerweise nach einer kurzen, fieberfreien Phase ausbricht.
Es gibt keine Medikamente, die das Virus direkt bekämpfen. Die Behandlung beschränkt sich rein auf die Linderung der Symptome, beispielsweise durch fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel wie Paracetamol.
Chikungunya-Fieber: Auch dieses Virus wird durch die Asiatische oder Ägyptische Tigermücke übertragen. Früher war die Erkrankung rein auf tropische und subtropische Regionen (Afrika, Asien, Indien) beschränkt. Durch den Klimawandel breitet sich die Tigermücke mittlerweile jedoch auch in wärmeren Teilen Südeuropas aus. Die Infektion verursacht hohes Fieber und extrem starke Gelenkschmerzen. Diese führen oft zu einer typischen, gebeugten Körperhaltung der Patienten*.
Eine direkt antivirale Therapie existiert nicht. Behandelt werden ausschließlich die Symptome mit fiebersenkenden und schmerzstillenden Medikamenten.
Gelbfieber: Gelbfieber ist eine lebensgefährliche Virusinfektion, die in den tropischen Gebieten Afrikas und Südamerikas vorkommt. Das Virus wird hauptsächlich durch den Stich der Ägyptischen Tigermücke übertragen – entweder von infizierten Affen auf den Menschen oder von Mensch zu Mensch. Die Krankheit äußert sich zunächst in grippeähnlichen Beschwerden. Das Virus kann in schweren Verläufen zu Organversagen, Gelbsucht und schweren inneren Blutungen führen.
Da es keine ursächlichen Medikamente gegen das Virus gibt, steht die Linderung der Symptome durch Schmerzmittel, Fiebersenker und eine intensive Flüssigkeitszufuhr im Vordergrund. Der effektivste Schutz vor der Erkrankung ist die Gelbfieber-Impfung.
- Prävention: Um Reisekrankheiten durch Insektenstiche effektiv vorzubeugen, sollten Sie verschiedene Schutzmaßnahmen miteinander kombinieren. Tragen Sie am besten lange, weite Hosen sowie langärmlige Hemden, um den Mücken möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, und verwenden Sie regelmäßig Insektenschutzmittel mit bewährten Wirkstoffen wie DEET oder Icaridin. In Risikogebieten empfiehlt es sich zudem, unter imprägnierten Moskitonetzen zu schlafen. Prüfen Sie außerdem rechtzeitig vor der Abreise, welche Impfungen für Ihr Reiseziel empfohlen werden oder sogar vorgeschrieben sind.
Gut zu wissen: Nicht nur durch Mückenstiche können Reisende erkranken. Infektionskrankheiten wie Hepatitis A oder Typhus treten in vielen Ländern Afrikas, Süd- und Südostasiens sowie Teilen Mittel- und Südamerikas ebenfalls häufiger auf. Diese Erreger werden jedoch meist über verunreinigtes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel übertragen.
Krank im Urlaub: Was muss ich jetzt beachten?
Nicht alle Reisekrankheiten erfordern sofort einen Arztbesuch. Leichte Beschwerden wie Kopfschmerzen, ein Sonnenbrand, die klassische Reisekrankheit, eine Erkältung oder vorübergehende Magen-Darm-Probleme lassen sich häufig gut mit den Mitteln aus der Reiseapotheke behandeln. Achten Sie zudem darauf, sich ausreichend auszuruhen, viel zu trinken und Ihren Körper zu schonen.

Sollten jedoch folgende Symptome auftreten, ist zeitnah medizinische Hilfe ratsam:
- hohes oder anhaltendes Fieber
- starke oder zunehmende Schmerzen
- schwere Durchfälle oder Erbrechen über mehrere Tage
- Blut im Stuhl oder Urin
- Atemnot oder Brustschmerzen
- ausgeprägte Hautausschläge oder allergische Reaktionen
- Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit oder Krampfanfälle
Bei schweren Erkrankungen, Klinikaufenthalten oder falls ein medizinischer Rücktransport notwendig werden könnte, sollten Sie so früh wie möglich Ihre Auslandskrankenversicherung kontaktieren. Bei der Mecklenburgischen sind wir dank unserem 24-Stunden-Notrufservice an 365 Tagen im Jahr für Sie erreichbar.
Bewahren Sie sämtliche Rechnungen, Rezepte, ärztliche Atteste und Zahlungsnachweise sorgfältig im Original auf. Diese Unterlagen benötigen wir als Versicherer für die spätere Kostenübernahme.
Übrigens: Ihre Rechnungen können Sie als Kunde der Mecklenburgischen Krankenversicherung ganz einfach digital in unserem Serviceportal „Hallo ME“ oder in der dazugehörigen App-Anwendung einreichen.
Im Ernstfall mit der Mecklenburgischen abgesichert
Checkliste: Das gehört in Ihre Reiseapotheke
Welche Medikamente und Hilfsmittel in die Reiseapotheke gehören, hängt immer vom Reiseziel, der Reisedauer und Ihren persönlichen Bedürfnissen ab. Prüfen Sie daher vor jedem Urlaub, ob Ihre Reiseapotheke vollständig ist, und ergänzen Sie sie bei Bedarf. Grundsätzlich sollten Sie alle Medikamente einpacken, die Sie regelmäßig einnehmen oder auch zu Hause in Ihrer Hausapotheke haben.
Diese Basics gehören in jede Reiseapotheke:
- Schmerz- und Fiebermittel mit Wirkstoffen wie Ibuprofen oder Paracetamol
- Ein Fieberthermometer
- Mittel gegen Durchfall (z. B. mit dem Wirkstoff Loperamid) sowie eine Elektrolytlösung zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts
- Mittel gegen Reiseübelkeit (z. B. mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat) als Reisetabletten oder Kaugummis
- Mittel gegen Sodbrennen (z. B. mit dem Wirkstoff Magaldrat)
- Abschwellendes Nasenspray, Halsschmerztabletten oder Hustensaft
- Antihistaminika (als Tabletten oder Gel) gegen allergische Reaktionen und Insektenstiche
- Wund- und Heilsalbe
- Ohrentropfen (z. B. bei Bade- oder Tauchurlauben)
- Augentropfen gegen trockene oder gereizte Augen
- Insektenschutzmittel mit dem Wirkstoff DEET oder Icaridin, eine Zeckenzange sowie ein juckreizstillendes Gel
- Sonnencreme mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor sowie eine After-Sun-Lotion
- Pflaster, Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel für kleinere Verletzungen

Unser Tipp: Es kann immer mal sein, dass am Flughafen der eigene Koffer verloren geht und Sie vergeblich am Gepäckband warten. Damit Sie im Notfall wichtige Medikamente und Ihr Erste-Hilfe-Set zu Hand haben, gehören diese Dinge immer in das Handgepäck.
3 Fragen an eine Versicherungsexpertin
FAQs - Häufig gestellte Fragen zu Reisekrankheiten
Welche Impfungen sind vor einer Reise empfehlenswert?
Welche Impfungen notwendig sind, hängt stark vom jeweiligen Reiseziel, der Reisedauer und individuellen Faktoren wie Alter, Vorerkrankungen oder geplanter Reiseart ab. Als Basis empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) einen vollständigen Schutz durch die Standardimpfungen. Dazu gehören u.a. Tetanus, Diphtherie und Masern sowie – je nach persönlichem Risiko – ein aktueller Impfschutz gegen COVID-19.
Darüber hinaus können weitere Impfungen sinnvoll sein:
- Hepatitis A: Die Impfung schützt weltweit vor einer Leberentzündung, die durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht und häufig über verunreinigtes Wasser, Lebensmittel oder Schmierinfektionen übertragen wird.
- FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Die Impfung schützt vor einer durch Zecken übertragenen Virusinfektion. Sie ist besonders empfehlenswert, wenn Sie in der Natur von FSME-Risikogebieten unterwegs sind. In Deutschland betrifft das vor allem den Süden und Osten (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen, Sachsen), im Ausland vor allem Österreich, die Schweiz, Osteuropa, Skandinavien und Teile Asiens. Die Hauptrisikozeit liegt zwischen April und November.
- Typhus: Die Impfung schützt vor einer Infektion mit dem Bakterium Salmonella typhi und wird insbesondere bei Reisen in Regionen mit niedrigeren Hygienestandards empfohlen.
- Tollwut: Die Impfung schützt vor einer Infektion mit dem Tollwutvirus und ist vor allem bei Fernreisen mit möglichem Tierkontakt, etwa bei Trekkingtouren oder längeren Aufenthalten in ländlichen Regionen, sinnvoll.
- Gelbfieber: Die Impfung schützt vor einer lebensgefährlichen Infektionskrankheit, die durch das Gelbfiebervirus ausgelöst und durch tagaktive Mücken übertragen wird.
Gut zu wissen: Einige Länder setzen für die Einreise bestimmte Impfungen voraus, die als zwingende Pflicht nachzuweisen sind. Verbindliche Informationen hierzu finden Sie in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtiges Amt.
Hinweis: Die dargestellte Liste der Impfempfehlungen ist nicht abschließend. Welche Impfungen im individuellen Fall tatsächlich notwendig oder sinnvoll sind, sollte vor Reisebeginn immer ärztlich abgeklärt werden.
Wann sollte ich vor einer Reise eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen?
Vor allem bei Fernreisen oder Reisen in tropische Regionen ist eine reisemedizinische Beratung empfehlenswert. Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen, Schwangere sowie Familien, die mit Kindern verreisen, sollten sich vor der Abreise ärztlich beraten lassen. So lässt sich rechtzeitig klären, welche Impfungen und Vorsorgemaßnahmen für das jeweilige Reiseziel sinnvoll sind.
Wie lange nach einer Reise können Reisekrankheiten auftreten?
Einige Infektionen brechen erst Wochen oder sogar Monate nach der Reise aus. Typische Beispiele hierfür sind Hepatitis A und B oder auch Malaria, deren Erreger über lange Zeit unbemerkt im Körper verbleiben können. Deshalb gilt die goldene Regel: Wenn nach einer Reise Fieber auftritt, sollte dies immer zügig ärztlich abgeklärt werden – selbst dann, wenn der Urlaub bereits Monate zurückliegt.
Welche Reisekrankheiten sind eher selten?
Diese importierten Reisekrankheiten werden in Deutschland insgesamt nur sehr selten gemeldet.
- Krim-Kongo-Fieber: Eine seltene, aber schwere Virusinfektion, die durch Zecken übertragen wird. Sie kommt vor allem in Afrika, auf dem Balkan und im Nahen Osten vor und kann plötzlich mit hohem Fieber sowie starken Blutungsneigungen verlaufen.
- Lassa-Fieber: Ein hämorrhagisches Fieber, das in Westafrika vorkommt und durch Nagetiere übertragen wird. Die Ansteckung erfolgt meist über verunreinigte Lebensmittel oder Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Ratten.
- Marburg- und Ebola-Virusinfektionen: Sehr seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankungen mit abruptem Fieber, starkem Krankheitsgefühl und teils inneren Blutungen. Sie treten fast ausschließlich in einzelnen Ausbruchsregionen in Zentral- und Westafrika auf.
- Akute Schistosomiasis (Katayama-Fieber): Eine Reaktion des Körpers auf bestimmte Saugwürmer nach Kontakt mit belastetem Süßwasser (z. B. nach dem Baden oder Waten in Seen und Flüssen). Die Erkrankung kommt vor allem in Afrika südlich der Sahara, aber auch in Teilen Südamerikas, der Karibik und des Nahen Ostens vor und zeigt sich einige Wochen nach der Infektion mit Fieber, Husten und starker Abgeschlagenheit.
- Afrikanische Schlafkrankheit (Trypanosomiasis): Eine parasitäre Erkrankung, die durch den Stich der Tsetsefliege übertragen wird und in Teilen Ost- und Zentralafrikas vorkommt. Anfangs treten grippeähnliche Symptome und Lymphknotenschwellungen auf, später können schwere neurologische Störungen wie Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen und Verwirrtheit folgen.
- Viszerale Leishmaniose: Eine durch Sandfliegen übertragene Parasiteninfektion, die vor allem in Indien, Ostafrika, Teilen Südamerikas sowie im Mittelmeerraum vorkommt. Die Erreger befallen innere Organe wie Milz, Leber und Knochenmark und führen unbehandelt zu langanhaltendem Fieber, Gewichtsverlust und starker Schwäche.
- Histoplasmose: Eine Pilzinfektion, die durch das Einatmen von Sporen aus kontaminiertem Staub entsteht, z. B. in Höhlen mit Fledermäusen oder in Regionen mit viel Vogelkot (u. a. Nord- und Mittelamerika, Teile Südamerikas sowie Afrika und Asien). Häufig bleibt die Infektion unbemerkt, kann aber auch eine Lungenentzündung mit Fieber und Atembeschwerden auslösen.
Krank im Ausland: Was passiert mit meinen Urlaubstagen?
Wenn Sie während Ihres Urlaubs erkranken, gehen Ihre Urlaubstage nicht verloren. Damit die Tage Ihrem Urlaubskonto wieder gutgeschrieben werden, müssen Sie Ihren Arbeitgeber sowie Ihre Krankenkasse allerdings umgehend informieren. Wichtig ist, dass die Arbeitsunfähigkeit in diesem Fall vom ersten Tag an durch ein ärztliches Attest belegt wird. Um die Urlaubstage zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen, müssen Sie dann einfach einen neuen Urlaubsantrag stellen.
Was ist das Post-Holiday-Syndrom?
Das Post-Holiday-Syndrom (auch Post-Holiday-Blues) beschreibt das mentale und körperliche Stimmungstief, das viele Menschen nach dem Ende einer Urlaubsreise erleben. Es stellt eine völlig normale Reaktion auf den abrupten Wechsel von Entspannung zurück in den stressigen Berufsalltag dar und äußert sich u.a. durch Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und gelegentlich auch psychische Beschwerden wie Appetitlosigkeit und Konzentrationsprobleme.
Für einen möglichst sanften Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag empfiehlt es sich daher, ein bis zwei Puffer-Tage zwischen der Rückkehr aus dem Urlaub und dem ersten Arbeitstag einzuplanen. Idealerweise legen Sie Ihren Arbeitseinstieg zudem in die Wochenmitte. Auch Vorfreude ist ein wichtiger Faktor: Schmieden Sie Pläne für das bevorstehende Wochenende, den nächsten Kurztrip oder die nächste längere Auszeit. Spätestens nach wenigen Tagen sollte sich das Post-Holiday-Syndrom gelegt haben.
*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Text das generische Maskulinum verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.


