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Tipps zum Ausbildungsstart

Der Start in die Ausbildung ist ein aufregendes Ereignis und ein großer Schritt in die eigene Selbstständigkeit. Völlig klar, dass du jetzt viele Fragen hast – schließlich ist plötzlich alles neu! In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du dich gezielt auf den ersten Tag im Unternehmen vorbereitest und deinen Büro-Alltag organisiert. Außerdem geben wir dir hilfreiche Finanz- und Versicherungstipps rund um den Berufsstart.
von Naomi Krusche & Nataliia Shliashenko & Pia Lange

Wie finde ich die passende Ausbildung für mich?

Die Schule ist geschafft, aber wie geht es jetzt weiter? In Deutschland gibt es mehr als 300 Ausbildungsberufe. Bei dieser großen Auswahl ist es gar nicht so leicht herauszufinden, welcher Beruf wirklich zu einem passt. Der kostenlose Berufswahltest Check-U von der Bundesagentur für Arbeit kann hier eine erste Orientierung bieten, denn du bekommst nicht nur eine Übersicht über all deine Stärken und Interessen, sondern auch über alle dazu passenden Ausbildungsberufe und Studiengänge.

Hast du dich für ein Berufsfeld entschieden, gilt es in einem nächsten Schritt den passenden Ausbildungsplatz zu finden. Dafür haben wir dir drei hilfreiche Anlaufstellen zusammengestellt:

  • Ausbildungsportale: Auf speziellen Ausbildungsportalen wie Azubiyo.de oder Ausbildung.de kannst du gezielt nach freien Ausbildungsstellen suchen. Du kannst dabei gezielt nach Schulabschluss, Ort oder Ausbildungsbeginn filtern und so schnell passende Angebote finden.
  • Berufs- und Ausbildungsmessen: Auf Berufsmessen kannst du Unternehmen persönlich kennenlernen, Fragen stellen und dir einen ersten Eindruck verschaffen. Auch die Mecklenburgische ist regelmäßig auf Berufsmessen vertreten. Dort kannst du direkt mit uns ins Gespräch kommen, mehr über unser Unternehmen und Ausbildungsangebote erfahren sowie kleine Goodies zur Erinnerung mitnehmen.
  • Karriereseiten von Unternehmen: Wenn du schon ein bestimmtes Unternehmen im Blick hast, lohnt sich ein Besuch auf dessen Website im Bereich „Karriere“. Dort findest du alle aktuellen Stellenangebote und wichtigen Infos rund um den Bewerbungsprozess.

Du interessierst dich für eine spannende Ausbildung in der Versicherungsbranche?

Dann bist du bei der Mecklenburgischen genau richtig.

Checkliste: So meisterst du deinen ersten Tag

Ehe du dich versiehst, ist es auch schon so weit: Dein erster Ausbildungstag steht vor der Tür. Etwas aufregend, oder? Schließlich kommst du in ein unbekanntes Umfeld, hast viel Kontakt mit neuen Menschen und kennst die Abläufe im Betrieb noch nicht. Das du daher am ersten Tag nervös bist und viele Fragen hast, ist also völlig normal.

Zum Ausbildungsbeginn solltest du daher vor allem folgende Tipps beherzigen: Sei freundlich, offen und neugierig. Niemand erwartet von dir, dass du direkt alles kannst oder am ersten Tag schon die Bestleistung ablieferst. In der Regel geht es zunächst darum, anzukommen, deine Ansprechpartner*, Ausbilder und Kollegen kennenzulernen und erste technische Dinge zu klären. Du wirst also Zeit haben, dich in Ruhe einzufinden.

Damit du am Abend vorher beruhigt schlafen kannst und dich für deinen ersten Ausbildungstag bestens vorbereitet fühlst, haben wir eine praktische Checkliste für dich zusammengestellt:

  • Anfahrt planen: Überlege dir im Vorfeld, ob du deinen Arbeitsweg zu Fuß, mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen möchtest und wie viel Zeit du dafür benötigst. Da im hektischen Berufsverkehr immer mal etwas Unvorhergesehenes passieren kann, solltest du zur Sicherheit etwa 15 bis 20 Minuten Puffer einplanen.
  • Wecker stellen: Vergiss nicht, dir einen Wecker zu stellen, damit du pünktlich aufstehst und nicht in Hektik gerätst.
  • Kleidung rauslegen: Suche dir bereits am Vorabend ein passendes Outfit heraus, in dem du dich wohlfühlst.
  • Wichtige Unterlagen einpacken: Meistens hast du wichtige Dokumente (wie Steueridentifikationsnummer, Bankverbindung oder Sozialversicherungsausweis) schon mit dem Ausbildungsvertrag eingereicht. Falls dein Betrieb dich gebeten hat, bestimmte Unterlagen oder Formulare im Original mitzubringen, lege diese direkt in deine Tasche.
  • Verpflegung & Schreibzeug bereitlegen: Packe Notizblock, Stifte sowie ein Getränk und einen Snack für die Pausen in deine Tasche.
  • Kontaktdaten notieren: Merk dir den Namen deines Ansprechpartners und speichere die Telefonnummer des Betriebs auf deinem Smartphone ab – so kannst du dich im Notfall (z. B. bei einer Verspätung) sofort melden.

Azubi-Tipps für den Büro-Alltag

Ein guter Start ist goldwert – aber wie du deinen Ausbildungsalltag danach gestaltest, ist mindestens genauso wichtig. Es kommen viele neue Aufgaben, Termine und Abläufe auf dich zu. Aber keine Sorge: Damit du dich schnell zurechtfindest, helfen dir ein passendes Auftreten, ein wenig Struktur und ein paar clevere Gewohnheiten.

Die passende Kleidung fürs Büro

Welches Büro-Outfit angemessen, hängt immer ein Stück weit vom jeweiligen Unternehmen ab. In den meisten Fällen ist Business Casual jedoch eine gute Wahl. Doch was zeichnet diesen Kleidungsstil eigentlich aus und worin unterscheidet er sich von klassischer Business- Kleidung? Unsere Beispiele vermitteln dir ein gutes Gespür dafür, worauf es bei einzelnen Looks ankommt.

Das macht ein Business-Outfit für Männer aus:

  • Gepflegte Frisur
  • Helles Langarmhemd und unifarbener Anzug
  • Optional: Dezente Krawatte
  • Dunkle Socken
  • Ledergürtel
  • Gepflegte Lederschuhe in Schwarz oder dunklem Braun, passend zum Gürtel

Das macht ein Business-Outfit für Frauen aus:

  • Gepflegte Frisur
  • Dezentes Make-up
  • Unifarbenes Kostüm oder ein schlichter Hosenanzug
  • Klassische Hemdbluse oder schlichte Seidenbluse
  • Bleistiftrock oder Etuikleid mit einer angemessenen Länge (mindestens bis zum Knie)
  • Stoffhose oder elegante Anzugshose
  • Unauffällige, dezente Accessoires
  • Geschlossene Schuhe, ggf. mit mittlerem Absatz 

Das macht ein Business Casual Outfit für Männer aus:

  • Gepflegte Frisur
  • Klassisches Hemd, Polo-Shirt, schlichter Pullover oder T-Shirt
  • Chino, Stoffhose oder dunkle, schlichte Jeans ohne Waschung
  • Saubere Sneaker oder Lederschuhe

Das macht ein Business Casual Outfit für Frauen aus:

  • Gepflegte, natürliche Frisur
  • Dezentes Make-up
  • Elegante Bluse, Polo-Shirt oder ein schlichter, hochwertiger Pullover oder Cardigan
  • Schlichte Jeans, Stoffhose oder knielanger Rock
  • Unauffällige, dezente Accessoires
  • Saubere Sneaker, Stiefeletten oder flache Schuhe

Mit Struktur durch den Arbeitsalltag

Wenn Aufgaben, Termine und Fristen durcheinandergehen, entsteht schnell Chaos. Mit unseren Berufseinsteiger-Tipps zur Arbeitsorganisation behältst du leicht den Überblick:

  • Den Kalender clever nutzen: Trage Meetings, Berufsschultage, Fristen oder andere feste Termine direkt in deinen Kalender ein. Das erleichtert die Planung und du erkennst schneller, wenn sich Termine überschneiden.
  • Nicht jede Aufgabe ist gleich wichtig: Erstelle dir eine To-Do-Liste, in der du alle offenen Aufgaben sammelst. Behalte dabei Fristen im Blick und priorisiere deine To-Dos entsprechend.
  • Ein entspannter Arbeitstag beginnt schon am Vorabend: Wirf am besten schon am Vorabend einen kurzen Blick auf die Termine und Aufgaben des nächsten Tages. So weißt du morgens direkt, was ansteht und kannst entspannter in den Tag starten.

Berichtsheft ohne Stress

Das Berichtsheft (der offizielle Ausbildungsnachweis), begleitet dich während deiner gesamten Ausbildung. Darin hältst du regelmäßig fest, welche Aufgaben du übernommen hast und welche Ausbildungsinhalte du im Betrieb kennenlernen durftest. Das Berichtsheft ist außerdem Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

Wie das Berichtsheft geführt werden soll, wird von der IHK vorgegeben. Deshalb lohnt es sich, direkt zu Beginn bei deinem Ausbilder nachzufragen, welche Vorgaben gelten.

Mit unseren Azubi-Tipps wird die Dokumentation im Berichtsheft zum Kinderspiel:

  • Täglich kurze Notizen machen: Notiere dir jeden Tag kurz in Stichpunkten, was du heute genau gemacht hast.
  • Wöchentliche Zusammenfassung schreiben: Fasse deine Stichpunkte am Ende der Arbeitswoche zusammen. So hältst du deinen Ausbildungsnachweis möglichst aktuell und musst später nicht überlegen, welche Aufgaben du vor mehreren Wochen erledigt hast. Wiederkehrende Aufgaben müssen dabei nicht unnötig jeden Tag neu ausformuliert werden, sofern dein Betrieb keine andere Vorgabe macht.
  • Fehlzeiten korrekt erfassen: Auch Krankheits- oder Urlaubstage musst du im Berichtsheft vermerken.

Tipps für Azubis rund um die eigenen Finanzen

Mit dem Beginn deiner Ausbildung hast du meist zum ersten Mal ein eigenes, regelmäßiges Einkommen. Die Freude über das erste Gehalt auf dem Konto ist riesig – vollkommen verständlich! Doch wie teilst du dein Budget clever ein, damit am Ende des Monats noch etwas übrigbleibt? Und welche finanzielle Unterstützung gibt es für Azubis?

Die 50-30-20-Regel

Die 50-30-20-Regel hilft dir dabei, dein Nettoeinkommen sinnvoll in feste Bereiche aufzuteilen:

50 % Fixkosten
Die Hälfte deines Gehalts solltest du für Fixkosten wie Miete, Lebensmittel, Versicherungen, Verträge (bspw. für dein Smartphone) oder ÖPNV einplanen.
30 % Wünsche & Freizeit
30 % deines Gehalts kannst du für Freizeitaktivitäten verwenden, sprich für Hobbys, Restaurantbesuche, Shopping, Streaming-Abos oder Urlaube.
20 % sparen
20 % deines Gehalts sollten in den Vermögensaufbau fließen. Dieses Geld ist für den Notgroschen oder für die Altersvorsorge bestimmt.

Wenn du dir bei der Zuordnung unsicher bist, überlege dir: Ist die Ausgabe notwendig und regelmäßig, gehört sie eher zu den 50 %. Ist sie schön zu haben, aber im Zweifel verzichtbar, zählt sie zu den 30 %. Alles, was du bewusst für später zurücklegst, gehört zu den übrigen 20 %. Überweise deinen Sparbetrag am besten direkt nach dem Gehaltseingang per Dauerauftrag auf ein separates Konto. So bleibt auf deinem Girokonto nur das Geld für deine laufenden Ausgaben und Wünsche.

Wichtig: Die 50-30-20-Regel ist keine feste Vorgabe. Wie du dein Einkommen aufteilst, hängt immer von deiner persönlichen Situation ab. Gerade während der Ausbildung können die notwendigen Ausgaben einen deutlich größeren Anteil deines Einkommens ausmachen. Entscheidend ist deshalb nicht, die Prozentwerte exakt einzuhalten, sondern eine Aufteilung zu finden, die zu deinem Einkommen und deinen tatsächlichen Kosten passt.

Finanzielle Unterstützung durch den Arbeitgeber

Viele Arbeitgeber bieten zusätzliche Benefits an, die das eigene Portemonnaie entlasten. Auch als Azubi kannst du von diesen finanziellen Vorteilen oft schon profitieren:

  • Fahrtkostenzuschuss & Deutschlandticket: Viele Betriebe unterstützen Azubis bei den Fahrtkosten zur Berufsschule oder zum Arbeitsplatz – zum Beispiel durch einen Zuschuss zum Deutschlandticket oder ein komplett übernommenes Jobticket.
  • Corporate Benefits: Unter diesem Begriff versteht man Mitarbeiterangebote und Vergünstigungen. Betriebe arbeiten dafür oft mit Plattformen zusammen, über die du Rabatte bei Bekleidungsmarken, Technik-Anbietern, Fitnessstudios oder Freizeitaktivitäten u. v. m. erhältst.
  • Vermögenswirksame Leistungen (VL): Dein Arbeitgeber kann dich auch direkt beim Vermögensaufbau unterstützen. VL ist ein monatlicher Geldbetrag (oft bis zu 40 Euro), den das Unternehmen zusätzlich zu deinem Gehalt in einen Sparvertrag überweist – zum Beispiel in einen Fondssparplan oder einen Bausparvertrag. Die Höhe ist je nach Branche und Tarifvertrag unterschiedlich, nachfragen lohnt sich also!

Tipps rund um Versicherungen zum Ausbildungsstart

Ein neuer Lebensabschnitt bringt viele Veränderungen mit sich, auch beim Thema Versicherungen. Deshalb ist der Ausbildungsbeginn ein guter Zeitpunkt, dir einen Überblick über deine aktuelle Versicherungssituation zu verschaffen und zu prüfen, wo du ggf. noch über deine Eltern mitversichert bist und wo du als Azubi bereits einen eigenen Versicherungsschutz benötigst.

  • Gesetzliche Krankenversicherung: Mit Beginn der Ausbildung endet in der Regel die beitragsfreie Familienversicherung über die Eltern. Du wirst selbst versicherungspflichtig und zahlst eigene Beiträge. Deshalb lohnt es sich, verschiedene Krankenkassen genauer unter die Lupe zu nehmen und beispielsweise Beiträge und Leistungen miteinander zu vergleichen.
  • Privathaftpflichtversicherung: Sie schützt dich vor den finanziellen Folgen, wenn du anderen versehentlich einen Schaden zufügst. Übrigens: Bei der Mecklenburgischen sind Auszubildende automatisch über die private Haftpflichtversicherung der Eltern mitversichert.
  • Kfz-Versicherung: Ob Auto, Moped oder versicherungspflichtiger E-Scooter – sobald du deinen Arbeitsweg mit einem eigenen Fahrzeug zurücklegst, benötigst du einen passenden Versicherungsschutz.
  • Hausratversicherung: Ziehst du für die Ausbildung in deine erste eigene Wohnung, benötigst du eine eigne Hausratversicherung. Diese schützt deinen Hausrat bspw. gegen finanzielle Schäden durch Feuer, Leitungswasser oder Einbruchdiebstahl.
  • Unfallversicherung: Als Azubi bist du während der Arbeit und auf dem Arbeitsweg automatisch gesetzlich unfallversichert. Für Unfälle in der Freizeit benötigst du hingegen eine private Unfallversicherung.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert dein monatliches Einkommen ab, falls du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst. Psychische Erkrankungen wie Burn-out, Angststörungen oder Depressionen, zählen dabei zu den häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit – und können auch junge Menschen treffen. Daher zählt die BU-Versicherung zu den absoluten Must-have Versicherungen. Der frühzeitige Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) als Azubi lohnt sich vor allem aus finanziellen Gründen und wegen des meist besseren Gesundheitszustands.
  • Reisekrankenversicherung: Du möchtest einen Teil deines Azubi-Gehalts sparen, um dir deinen ersten eigenen Urlaub zu finanzieren? Dann solltest du auch an eine Reisekrankversicherung denken. Sie schützt dich vor hohen Behandlungskosten im Ausland.
  • Individuelle Versicherungslösungen rund um Vorsorge & Vermögen: Der Ruhestand fühlt sich während der Ausbildung wahrscheinlich noch ziemlich weit weg an. Trotzdem kann es sich lohnen, früh verschiedene Möglichkeiten des Vermögensaufbaus und der Altersvorsorge kennenzulernen und zu schauen, was zu deinen persönlichen Zielen passt.

3 Fragen an unsere Auszubildende

„Wenn du an deinen ersten Ausbildungstag zurückdenkst: Was hättest du rückblickend gerne vorher gewusst?“

Wie schnell die Ausbildungszeit vergeht. Ich hätte mir selbst geraten, die vielen Einblicke und Erfahrungen noch bewusster mitzunehmen.

Profilbild von Pia Lange

Pia LangeAuszubildende im 3. Lehrjahr

„Weißt du noch, was du dir von deinem ersten Gehalt gekauft hast?“

Von meinem ersten Gehalt habe ich mir nichts Bestimmtes gekauft. Ich habe das Geld für später zurückgelegt – vielleicht für einen Urlaub nach der Ausbildung.

Profilbild von Pia Lange

Pia LangeAuszubildende im 3. Lehrjahr

„Was sind deine wichtigsten Learnings aus der Ausbildungszeit?“

Ich habe gelernt, dass Fragen und Fehler zur Ausbildung dazugehören und mir die Einblicke in verschiedene Abteilungen helfen, meine Stärken und Interessen zu entdecken. Genauso wertvoll ist der Zusammenhalt in meinem Jahrgang: Wir tauschen uns aus und unterstützen uns gegenseitig.

Profilbild von Pia Lange

Pia LangeAuszubildende im 3. Lehrjahr

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FAQs - Häufig gestellte Fragen rund um Tipps zum Ausbildungsstart

Wann fängt die Ausbildung an?

Die meisten Ausbildungen in Deutschland beginnen zum 1. August oder zum 1. September eines Jahres. Den genauen Ausbildungsbeginn findest du in der Regel in der Stellenausschreibung oder später in deinem Ausbildungsvertrag.

Wann sollte ich anfangen, mich für eine Ausbildung zu bewerben?

Die Bewerbungsfrist hängt von der Branche und dem Unternehmen ab. In der Regel solltest du dich 6 bis 12 Monate vor dem Start deiner Ausbildung bewerben.

Was bedeutet die Probezeit in der Ausbildung?

Die Probezeit findet zu Beginn deiner Ausbildung statt und gibt dir und deinem Ausbildungsbetrieb die Möglichkeit, herauszufinden, ob die Zusammenarbeit den jeweiligen Vorstellungen entspricht. In dieser Zeit können sowohl du als auch dein Ausbildungsbetrieb das Ausbildungsverhältnis jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist und ohne Angabe von Gründen beenden. Die Kündigung muss allerdings schriftlich erfolgen.

Die genaue Länge deiner Probezeit steht im Ausbildungsvertrag. In der Regel dauert sie mindestens einen und höchstens vier Monate.

Wie viele Urlaubstage stehen mir in der Ausbildung zu?

Wie viel Urlaub dir mindestens zusteht, ist gesetzlich geregelt. Durch einen Tarifvertrag oder deinen Ausbildungsvertrag können dir aber auch mehr Urlaubstage zustehen.

Dein gesetzlicher Urlaubsanspruch im Überblick:

Alter5-Tage-Woche 6-Tage-Woche 
unter 16 Jahre25 Arbeitstage30 Werktage
unter 17 Jahre23 Arbeitstage27 Werktage
unter 18 Jahre21 Arbeitstage25 Werktage
ab 18 Jahre20 Arbeitstage24 Werktage

 

Gut zu wissen: Beim Urlaubsanspruch kommt es also darauf an, wie viele Tage pro Woche in deinem Betrieb gearbeitet wird. Das Gesetz geht standardmäßig von einer 6-Tage-Woche aus (Montag bis Samstag). Da du als Azubi höchstwahrscheinlich eine 5-Tage-Woche (Montag bis Freitag) haben wirst, gilt für dich entsprechend der gesetzliche Mindesturlaub bei einer 5-Tage-Woche.

Da eine Ausbildung meistens nicht am 1. Januar (sondern im August oder September) beginnt, hast du im ersten Ausbildungsjahr in der Regel nur Anspruch auf einen Teil deines Jahresurlaubs. Wie viele Urlaubstage dir genau zustehen, kannst du ganz einfach bei deinem Ausbilder erfragen.

Wie viel Gehalt bekomme ich in der Ausbildung?

Das Gehalt in der Ausbildung nennt man Ausbildungsvergütung. Diese hängt stark vom Beruf, der Region und dem Betrieb ab. Es gibt jedoch eine sogenannte Mindestausbildungsvergütung für duale Ausbildungen. Demnach steht dir als Azubi folgende Ausbildungsvergütung* zu:

  • 1. Ausbildungsjahr: 724 Euro brutto
  • 2. Ausbildungsjahr: 854 Euro brutto
  • 3. Ausbildungsjahr: 977 Euro brutto
  • 4. Ausbildungsjahr: 1014 Euro brutto

Hinweis: Die dargestellte Mindestvergütung gilt bei einem Ausbildungsbeginn zwischen 1. Januar 2026 und 31. Dezember 2026.

Gut zu wissen: Gilt in deinem Betrieb ein Tarifvertrag, kann deine Ausbildungsvergütung höher ausfallen. Tarifverträge legen für viele Branchen eigene Vergütungssätze fest, die häufig über der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung liegen.

Welche finanzielle Unterstützung können Auszubildende vom Staat bekommen?

Wenn die Ausbildungsvergütung nicht ausreicht, um die eigenen Lebenshaltungskosten zu decken, kann dich der Staat finanziell unterstützen:

  • Berufsausbildungsbeihilfe (BAB): Die BAB ist ein Zuschuss der Agentur für Arbeit, den du nicht zurückzahlen musst. Du kannst BAB beantragen, wenn du in einer betrieblichen Ausbildung bist, nicht mehr bei deinen Eltern wohnst und eine der folgenden Bedingungen erfüllst:
    • Du bist über 18 Jahre alt,
    • du bist verheiratet,
    • du hast mindestens ein Kind,
    • oder dein Ausbildungsbetrieb ist so weit vom Elternhaus entfernt, dass das Pendeln nicht zumutbar ist.
  • Wohngeld: Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zur Miete für Menschen mit geringem Einkommen. Als Azubi hast du allerdings nur dann Anspruch auf Wohngeld, wenn dir keine BAB dem Grunde nach zusteht (zum Beispiel bei einer rein schulischen Ausbildung oder wenn die persönlichen Voraussetzungen für BAB nicht erfüllt sind).
  • Kindergeld: Während deiner Ausbildung hast du bis zum vollendeten 25. Lebensjahr Anspruch auf Kindergeld. In der Regel wird es an deine Eltern ausgezahlt. Wenn du nicht mehr zu Hause wohnst und dich selbst verpflegst, kannst du dir das Geld unter bestimmten Voraussetzungen aber auch direkt auf dein eigenes Konto überweisen lassen.

Die Autorinnen

Naomi Krusche
Nataliia Shliashenko
Pia Lange

Naomi Krusche

Online-Redakteurin

Naomi Krusche ist Online-Redakteurin bei der Mecklenburgischen und gestaltet die Inhalte der Website sowie des Online-Magazins. Mit ihrem Master in Kommunikationsmanagement und Erfahrung im Content Marketing sorgt sie dafür, dass komplexe Versicherungsthemen verständlich und praxisnah erklärt werden. Schon als Teenager entdeckte Naomi ihre kreative Seite beim Schreiben von Kurzgeschichten – heute fließt diese Leidenschaft in die Erstellung informativer und hilfreicher Ratgeber für unsere Kunden ein.

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Text das generische Maskulinum verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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